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Anleitung zum Mutmachen: Die Insolvenz kann der Anfang von etwas Neuem sein - Hotour

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Die Situation in der Corona-Krise ist für zahlreiche Betriebe der Branche bedrohlich. Steht die Hotellerie vor einer Insolvenzwelle? Und wie lässt sich mit einer Zahlungsunfähigkeit umgehen? Claudia Sunderkamp und Philipp Linder, geschäftsführende Gesellschafter der Hotour Hotel Consulting, haben sich dazu mit Olaf Schubert und Dr. Christian Matiebel, Juristen und Experten rund um das Thema Insolvenzen, ausgetauscht. > Claudia Sunderkamp: Seit dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr wird auch in der Hotellerie eine massive Insolvenzwelle erwartet, die bislang glücklicherweise noch ausgeblieben ist. Auch die November- und Dezemberhilfe geben vielen Betrieben Hoffnung. Dennoch: Besteht die Gefahr, dass die Branche langsam ausblutet? Olaf Schubert: Der zweite harte Lockdown hat die Hotelbranche mit voller Wucht getroffen. Hotelbetreiber konnten Pachtstundungen, Moratorien und Kredite in Anspruch nehmen und haben dadurch zumindest vorübergehend den Zustand der drohenden Zahlungsunfähigkeit eingefroren. Aber die aufgebauten Verbindlichkeiten werden erheblich belasten. Das Dilemma: In der Krise konnten vereinfacht und ohne entsprechende werthaltige Sicherheiten Kredite aufgenommen werden, die bilanziell als nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbeträge auszuweisen sind und somit zur Überschuldung führen. Ohne eine positive Fortführungsprognose - nachgewiesen gemäß der Vorgaben des IDW S11 - besteht die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags. ... Claudia Sunderkamp: Nach unseren Beobachtungen haben inhabergeführte Privathotels dank Überbrückungshilfen mitunter bessere Chancen die Krise zu überstehen. Größere Hotelgesellschaften hingegen sind überwiegend auf KfW-Darlehen und das entgegenkommen ihrer Verpächter angewiesen. Wie nehmen Sie die Situation als Insolvenz- und Sanierungsexperten wahr? Christian Matiebel: In der Corona-Krise sind viele Hotels auf schnelle wirtschaftliche Hilfe angewiesen. Mit der jüngst beschlossenen Überbrückungshilfe III sollte allen Unternehmen der Zugang zu kurzfristigen Hilfsmaßnahmen offenstehen. Kleinstbetriebe sollten darüber hinaus KfW-Schnellkredite ohne Kreditrisiko-Prüfung erhalten. Die bürokratischen Hürden sind freilich oft höher als der Berechtigungsnachweis. Die Gewährung von Kreditvergaben stockt zunehmend. Verpächter fordern die Betriebspflicht ein, geänderte Force-Majeure-Klauseln (Anmerkung der Redaktion: Force Majeure steht für Höhere Gewalt) nach dem harten Lockdown im Frühjahr tun ihr Übriges. Nicht gezahlte Pachten führen lediglich dazu, dass eine Kündigung befristet ausgeschlossen ist. Die Pachtzahlungsverpflichtung besteht aber weiter. …ff