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Ausbildung 4.0: Digitales Entwicklungsland

200011

Die Lehrerverbände zeichnen ein dramatisches Bild, wenn es um den Stand der Digitalisierung an unseren Berufsschulen geht. Die Coronakrise bringt an den Tag, wie groß der Handlungsbedarf inzwischen ist > Vielleicht hatte Ansgar Klinger einfach nur einen schlechten Tag, als er davon sprach, dass er aus seiner Praxis kaum Beispiele für guten digitalisierten Berufsschulunterricht kennt. Zu wünschen wäre es. Denn die Aussagen des Leiters des Organisationsbereiches Berufliche Bildung und Weiterbildung im Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lassen wenig Zweifel am Ernst der Lage: „Gute Beispiele könnten nur dann entstehen, wenn der massive Problemdruck endlich erkannt und Konsequenzen daraus gezogen werden", führt Klinger aus. Der Handlungsbedarf, er sei „sehr groß", so das wenig erfreuliche Fazit des Berufsschullehrers. „Ausbildung 4.0. kämpft mit Mangelwirtschaft": Offenbar ruckelt und knirscht es an vielen Stellen im Berufsschulsystem. Die GEW steht mit ihrer Kritik längst nicht alleine da. So stellt Joachim Maiß, neben Eugen Straubinger Vorsitzender des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB), in einer Zwischenbilanz inmitten der Corona-Krise fest: „Lernplattformen laufen nicht stabil, Cloud-Lösungen sind noch unzureichend eingeführt und vielfach existiert ein Nebeneinander an digitalen Insel-Lösungen." Die technischen Standards seien dabei längst klar, wenngleich auch noch nicht überall erfüllt: Gigabit für alle, ein leistungsstarkes W-LAN in allen Klassenräumen, Cloud-Technologie und BYOD alias „Bring your own device", was so viel heißt wie private mobile Endgeräte - Laptops,Tablets oder Smartphones- wer- den in schulische Netzwerke integriert. Vielfach fehlen nach dem Eindruck des BvLB-Chefs digitale Endgeräte für einen gesicherten Online-Unterricht. Pädagogisch-didaktische Online-Lerninhalte seien ebenso wie Fort- und Weiterbildungsangebote Mangelware. Und: „Eine funktionierende Bildungscloud gibt es nicht." Joachim Maiß fasst zusammen: „Die Ausbildung 4.0. kämpft mit einer Mangelwirtschaft, anstatt mit Digitalkompetenz zu trumpfen." Berufliche Bildung benötige verlässliche Standards. Schließlich sei sie„kein Experimentierbaukasten", unterstreicht Maiß. ... ff