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Ist deutsches Wagyu das bessere Wagyu? / Uwe Jerathe, Wagyu Verband Deutschland e.V.

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Fragen an Uwe Jerathe, Vorsitzender Wagyü Verband Deutschland e.V. und seit dem Jahr 2006 Züchter von 90 Wagyu-Rindern in Hessen > Jerathe: Ich kann zwar nicht für jeden deutschen Züchter sprechen, aber ich glaube, dass wir dem Tierwohl grundsätzlich näher sind als die Japaner. Doch, das kann ich mit Fug und Recht behaupten. chefs!: Wieviele Wagyu-Züchter gibt es derzeit in Deutschland? Jerathe: Wir sind im Verband eine Interessensgemeinschaft von rund 200 Mitgliedern, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Wagyu-Zucht in Deutschland E nach vorne zu bringen. Dazu würde ich nochmal 40 bis 50 Züchter hinzu addieren, die sich uns nicht angeschlossen x haben. Diese grobe Schätzung sollte ,, nah an die Wirklichkeit heranreichen. chefs!: Ist die Rasse, die es ja bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts nur in Japan gab, wirklich so außergewöhnlich? Jerathe: Ja, reinrassige Wagyu-Rinder, so genannte Fullblood Wagyus, haben eine genetische Disposition, die unseren industriell gezogenen Rindern abhanden gekommen ist. Die Rasse bildet die berühmte Fleischmarmorierung aus. In einigen alten deutschen Rinderrassen ist diese Eigenschaft noch leicht vorhanden, aber selbst Limousin- oder Charolais-Rinder haben so etwas nicht mehr. Sie werden auf Muskelmasse gezüchtet. chefs!: Sie waren selbst schon in Japan, in welchen wesentlichen Merkmalen unterscheidet sich die deutsche von der japanischen Zucht? Jerathe: Wir greifen hier auf die exakt gleiche genetische Disposition zurück. Alle unsere Fullblood Wagyus sind auf dieselbe japanische Grundlage zurückzuführen. Japaner haben aber nicht so viel Platz zur Weidehaltung. Sie wollen den hohen Fettgehalt im Fleisch und gehen deshalb sehr stark in die Fütterung mit Substrat. In einem Kilo Fett wird schließlich mehr als doppelt so viel Energie gespeichert wie in einem Kilo Protein. ...ff