Mit dem nachstehenden Link gelangen Sie auf die betreffende horesga-Seite, klicken Sie dazu hier

In der PDF-Datei befinden sich - je nach Ansicht - weitere Weblinks, über die Sie auf weitere horesga-Seiten geleitet werden.

Kultursensible Seniorenverpflegung

200009

Die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland leben, wächst. Diese Bevölkerungsgruppe setzt sich aus Arbeitsmigrant/innen, Aussiedler/innen, jüdischen Einwanderinnen und Einwanderern und aus Flüchtlingen zusammen. Den größten Anteil bilden die vor langem für die deutsche Wirtschaft angeworbenen „Gastarbeiter" und ihre Familienangehörigen. Gerade innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe finden sich inzwischen viele ältere Personen, die hierzulande in Senioreneinrichtungen ihren letzten Lebensabschnitt beginnen. Dort wollen sie dann so beköstigt werden, wie es ihren individuellen, kulturellen sowie religiösen Gewohnheiten und Vorstellungen entspricht. Für Köchinnen und Köche in Senioreneinrichtungen ist es oft keine leichte Aufgabe, dies so umzusetzen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner zufrieden sind. Wie viele Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund in deutschen Altenheimen zu Hause sind, lässt sich schwer erfassen. Bisher wurde die Pflegebedürftigkeit von Migrantinnen und Migranten in Deutschland nur selten genauer analysiert. Daher stehen bislang keine exakten Daten zur Verfügung. In der Regel sind die Daten der amtlichen Pflegestatistik das Fundament der Analysen. Das Problem: Sie unterscheiden nicht nach dem Migrationsstatus. Hier spiegelt sich wider, dass in den Pflegeeinrichtungen meist weder Herkunft noch Muttersprache der Bewohner systematisch erhoben werden. Eine grobe Orientierung gibt allerdings die Pflegestatistik 2017 des Bundes; eine neuere liegt aktuell noch nicht vor. Demnach waren Ende 2017 in Deutschland 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes SGB XI. ... Die Zahl wird steigen, weil die Betreuung und Pflege von älteren Personen mit Migrationshintergrund immer seltener durch die Familie aufgefangen werden kann. In einer 2015 veröffentlichten Studie des Ifo-Institutes im Auftrage der Friedrich-Ebert-Stiftung heißt es hierzu zusammenfassend: „Zukünftig ist auch bei Menschen mit Migrationshintergrund mit einer Abnahme des familiären Solidar- und Unterstützungspotenzials zu rechnen. Eine sich verkleinernde Familienstruktur, ein sich änderndes Erwerbsverhalten sowie sich wandelnde soziale Normen werden zu einem Rückgang der familiär erbrachten Pflege führen. Im Gegenzug wird der Bedarf an professioneller ambulanter und stationärer Pflege steigen." ... ff