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Life as a chef: Gegen den Strom / Steffen Sinzingers Kolumne

200009

Das kann man überall beobachten - in der Kunst, in der Mode und eben auch in der Gastronomie. Regelmäßig werden neue Trends aufgetischt. Die werden in Form von Newslettern mit dem Speiseplan der Zukunft und dem, was bei uns professionellen Köchen demnächst in der Pfanne landen soll, via Großverteiler verschickt. Der eifrige Chefkoch wird sicherlich rasch auf den Zug aufspringen, denn vermutlich erwartet seine Kundschaft genau das von ihm. Man lebt schließlich am Puls der Zeit. Doch weit gefehlt. Denn die Gewinner von morgen werden genau die kreativen Köche sein, welche sich nicht der Stimmungsmache einfach unterwerfen. Wer sich dem Trend widersetzt und auf individuelle, maßgeschneiderte Konzepte setzt, kann sich besser abgrenzen, glaubwürdiger verkaufen und somit auch einfacher (Stamm-)Gäste an Land ziehen. Wer sich hingegen den Trends stets und ständig ausliefert, verliert vor allem zuerst seine Eigenständigkeit, da er sich vor den Karren der Industrie spannen lässt, die durch konsequentes und geschicktes Marketing ihre Produktneuheiten über Influencer und Medien streuen lässt und so die Köche die Steigbügelhalter für deren Kunden von morgen in den Supermärkten werden. Denn was heute als Foodtrend proklamiert wird, kommt morgen in den Restaurants auf den Tisch und später in die Supermarktregale und schließlich zum Endverbraucher. So schließt sich der Kreis, bevor dann nächstes Jahr der Kreislauf von vorne beginnt. ... ff