Küche - 2025-01/02 - Seite 34-35: Die Spanier nennen sie Alcaparras, die Franzosen Cäpres. Sie werden bis zu 15 mm groß und sind dunkel- bis olivgrün. Es handelt sich um die Knospen eines dornigen, sonnenhungrigen Strauches, aus denen sich wunderschöne Blüten entwickeln, die auch Orchideen des Mittelmeers genannt werden. Erntet man jedoch vorher die geschlossenen, herz-förmigen Knospen, erhält man die Grundlage für eine sehr beliebte Würzzutat: Kapern. … Wunderstrauch > Der Erzeuger der Kapern wächst im Mittelmeerraum unscheinbar am Wegesrand: ein bis zu ein Meter hoher, wildrosenartiger Kriechstrauch names Cappa ris. Bereits vor Tausenden von Jahren beeindruckte diese Wildpflanze die Menschen, weil sie dort wächst, wo andere Gewächse längst eingegangen wären. Sie kann sich bis zu 40 Metertief in die Erde graben, um an Wasser zu gelangen. Dies dauert bis zu vier Jahre. … Kapern aus Salina > In den 1970ern gelanges in Südspanien, den Wildstrauch zu kultivieren. Die erste Kapernfarm der Welt entstand. Heute finden sich wichtige Anbaugebiete u. a. auch in Südfrankreich und auf den Äolischen Inseln. Auf Salina zum Beispiel findet jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende ein „Kapernfest" (Sagra del cappero) statt. Kapern aus Salina werden in Meersalz konserviert. … In der Küche > Im Gegensatz zu den Mittelmeerländern werden Kapern in Deutschland eher sparsam beim Kochen verwendet. Ein Traditionsgericht mit Kapern sind Königsberger Klopse, auch in der Remoulade findet man sie fein gehackt. Unverzichtbar sind Kapern dagegen in der Mittelmeerküche, etwa für Vitello tonnato oder Tatar. Kombiniert mit Sardellen und Oliven bereichern Kapern die Spaghetti alla puttanesca. … ff
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